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Auf Einladung von Massimiliano Ferri aus Florenz machte sich am Freitag, den 23.06.06, eine 5- köpfige Gruppe, bestehend aus Giovanni Macchitella, Pascal Senn, Sebastian Hof, Raphael Staubach und Dominik Böhler, auf den Weg in die Toskana.
Gemeinsamer Treffpunkt war Konstanz. Von hier aus führte unsere Route durch die Schweiz Richtung San Bernadino. Sebi wählte als erstes Highlight die Strecke über den landschaftlich sehr schönen Splügen-Pass. Auf 2113 Metern, mit einem gigantischen Panorama, überquerten wir die Grenze nach Italien. In Konstanz noch bei 25°C gestartet, betrug die Temperatur in der Höhe nur noch 16°C und Pascal fröstelte etwas im „italientauglichen Sommerdress“. Auf dem Weg ins Tal, Richtung Chiavenna, stieg die Temperatur dann wieder im gleichen Maße, wie die Höhenmeter abnahmen, so dass am Fuße des Monte Spluga mediterrane 33°C herrschten.
Weiter ging es Richtung Mailand, wo uns dann der Feierabendverkehr erwartete. Stop-and-Go bis kurz vor Bologna (ca. 200 km) und eine Außentemperatur von bis zu 38°C strapazierten zwar etwas die Geduld,aber man besann sich auf die Dojo-Kun (Sei geduldig und beherrscht!) und versuchte, die Zeit mit ein paar Spielchen aus der Jugendzeit zu überbrücken.
Nach 10stündigem Aufenthalt im Auto endlich Ankunft in Florenz - um 23 Uhr!
Massi, wie wir unseren Gastgeber abgekürzt nannten, erwartete uns bereits an der Mautstelle und geleitete uns zu unserer Residenz, welche sich in Chianti, dem weltberühmten Weingebiet 12 km außerhalb von Florenz, befand. Dann die erste große, und sicher nicht selbstverständliche, Überraschung: Massi überließ uns für die kommenden Tage seine Wohnung – und ging ins Exil.
Nach einer schnellen Erfrischung ging es weiter nach Florenz, wo an diesem Wochenende ein großes Fest zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt, Giovanni, gab. Hier stellte uns Massi einige Freunde von sich vor und wir genossen die laue Nachtluft.
Samstag morgen um 10.30 Uhr kredenzte uns Massimo ein mediterranes Frühstück vom Feinsten. Schinken mit Honigmelone und toskanische Salami, gefolgt von Tomaten- Mozzarella Salat und, zu guter letzt, Spaghetti mit Pesto. Dazu, typisch Italien, Vino frizzante, Wasser, Fruchtsaft. Überwältigt und gesättigt von der Reichhaltigkeit und voller Vorfreude auf einen Badetag am Meer fuhren wir dann nach Viareggio.
Auf der Anfahrt spekulierten wir, was Massi wohl organisiert hat, und steigerten uns in den Gedankenspielen... nicht wissend, dass diese erfüllt, nein, übertroffen werden sollten.

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Nachdem wir in der Innenstadt parkiert hatten, trafen wir Carlo, ebenfalls ein mit Massimo befreundeter Karateka. Er wollte uns sein Dojo zeigen, welches sich in einer Clubanlage direkt am Meer befindet. Als wir in den Räumlichkeiten angekommen waren, sagte uns Carlo, dass wir uns nun für den Strand umziehen könnten. Es stellte sich heraus, dass Carlo der Besitzer der Clubanlage ist, welche zur gehobenen Klasse zählt. Zwei große Pools, ein luxuriös ausgestattetes Fitness- Center, Sonnenliegen, Dachterrasse, eine große Bar und direkter Zugang zum Meer... was will man mehr? Wir wurden von Carlo eingeladen, den Tag bei ihm zu verbringen und er spendierte uns erstmal einen Welcome-Drink. Nach Badevergnügen und einem gemeinsamen Strandspaziergang verfolgten wir noch das Fußball- Achtelfinale der deutschen Mannschaft - und zwar auf einer Großleinwand.
Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg, da wir zu einem gemeinsamen Essen mit den anderen Mannschaften, zwei italienischen und einer belgischen (das russische Team hatte leider abgesagt), über den Dächern von Firenze eingeladen waren. Es gab Florentiner Steak, frisch vom Grill, mit toskanischem Salat, Wein und Wasser. Der krönende Abschluss des Abends war ein 30- minütiges Feuerwerk über Florenz, anlässlich des Feiertages, welches wir von der Dachterrasse aus genießen konnten.
Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Frühstück in einem italienischen Strassencafé mitten in Chianti. Danach ging es zum ausrichtenden Dojo Greve in Chianti, welches den Toskana- Cup ausrichtete. Wie an jedem Tag war es schon am Morgen wieder sehr warm (32°C), und in dem Zelt, in welchem der Wettkampf statt fand, war es mit geschätzten 45°C auch ohne Bewegung schon recht schweißtreibend.
Da wir ohne weibliche Teilnehmer angereist waren, wurden wir durch 2 Italienerinnen, Anna-Lydia und Martina, verstärkt, welche jeweils die erste und letzte Begegnung kämpften. Es handelte sich um eine reines Kumite-Turnier im Modus Jeder-gegen-Jeden.
In der ersten Begegnung kamen wir gegen die 2. Mannschaft der Italiener. Hier konnten wir 4 Siege erzielen. Anna unterlag mit 0:2, Dominik bekam nach einem beherzten Angriff mit Kizami- Tsuki Hansoku. Giovanni kämpfte gegen unseren Gastgeber Massimo. Dieser wurde wegen mehrfachen Greifens verwarnt und, als er Giovanni dann noch etwas zu hart am Kinn traf, disqualifiziert. Martina erkämpfte, wie auch in der nächsten Begegnung, ein Unentschieden. |
Als nächstes erwartete uns die starke 1. Mannschaft der Gastgeber, die zum größten Teil aus aktiven Mitgliedern der Nationalmannschaft bestand.
Anna unterlag leider mit Ippon nach Ashi Barai, Tsuki. Pascal hatte mit seinem kleinen und sehr schnellen Gegner ein gutes Stück Arbeit, ging aber mit Jodan- Tsuki in Führung. Sein Gegner glich mit einem gestochen scharfen Yoko- Geri Chudan aus, aber Pascal holte mit einer seiner gewohnt schnellen Tsuki- Kombinationen den Sieg. Raphael ging gleich zu Beginn seiner Begegnung mit Tsuki- Waza in Führung und, nachdem sein Kontrahent nach einem Zusammenprall wegen einer Schulterverletzung aufgeben musste, ging auch dieser Sieg an uns.
Sebi ging gegen seinen Gegner, welcher seine zwei vorangegangenen Begegnungen jeweils mit Ippon gewann, mit Jodan Gyaku- Tsuki in Führung und kurz darauf holte er mit Maai Kizami Tsuki einen Ippon... 3:1 für das DJKB- Team.
Dominik, unser jüngster Kämpfer, überzeugte durch seinen Kampfgeist und saubere Techniken. Er holte mit 2 Jodan- Tsuki einen weiteren Sieg. Ihm sollte bei der Siegerehrung eine besondere Auszeichnung überreicht werden, doch dazu später.
Giovanni behielt die Oberhand und setzte sich mit seinen tief eingetauchten und schnellen Gyaku- Tsukis, ohne Gegentreffer, erfolgreich durch.
Das Endresultat lautete somit 6:2 für Deutschland und wir bereiteten uns auf die Begegnung mit dem belgischen Team vor. Diese kam jedoch nicht mehr zustande, da wir durch unsere 2 erfolgreichen Begegnungen bereits als Gesamtsieger feststanden. Wir sahen es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da zum einen die Temperaturen, im Zelt und draußen, immer weiter stiegen, zum anderen wären wir gerne gegen unsere belgischen Freunde angetreten.
Nachdem Pokale, Medaillen und original Chianti- Wein verteilt waren, bekam Dominik noch einen Sonderpreis überreicht, da er mit seinen jugendlichen 17 Jahren gegen ältere und erfahrenere Gegner technisch und kämpferisch auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Anschließend wurden wir zu einem gemeinsamen Abschiedsessen in ein Restaurant eingeladen. Es erwartete uns ein opulentes 3- Gänge Menü im toskanischen Stil, wonach wir, mehr als gesättigt, die Heimreise antraten. Diese war nicht ganz so langwierig wie die Anfahrt, sodass wir nach 7 Stunden, gegen 23.30 Uhr, in Konstanz eintrafen, wo für Sebi und Dome die Reise endete. Die letzten Heimkehrer waren Gio und Rapha, welche um 3.30 Uhr in Frankfurt eintrafen.
An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber, und vor allem an Massimiliano Ferri, für dieses gelungene Wochenende.
OSS
Bericht: Sebi Hof |